
Am Samstag, 7. Oktober 2017 fand die offizielle Einweihung der neuen Gebäude zur stationären Aufnahme des Medezinisch-Chirurgischen Zentrums (MCZ) von Morija in Kaya statt. Durch die Erweiterung können von nun an 30 Prozent mehr Patientinnen und Patienten aufgenommen werden. Für die Bauweise im Stil des nubischen Gewölbes (einer traditionellen Technik) wurden nur Materialien verwendet, die vor Ort verfügbar sind. Dadurch konnten nachhaltige und thermisch effiziente Gebäude errichtet werden.
Zur Eröffnungsfeier, die unter der Schirmherrschaft des Präsidenten des Regionalrats stattfand, nahmen rund 200 Personen teil, darunter Albert Zongo, Direktor des MCZ, MikaëlAmsing, Programmdirektor von Morija, Clara Gbodossou, Architektin des Projekts, Aboubacar Ouily, Koordinator des Verbands AVN Burkina, Dr. DominiqueHügli, orthopädischer Chirurg und Leiter der chirurgischen Einsätze, sowie Christian Jaccot-Descombes, Referatsleiter Kommunikation und Pressesprecher der Bank BCV (Banque Cantonale Vaudoise), dem Hauptgeldgeber des Projekts*.
Ablauf der Feierlichkeiten
Den Auftakt der Feierlichkeiten bildeten musikalische und tänzerische Darbietungen. Anschliessend würdigten die einzelnen Beteiligten die stilvolle Architektur der Gebäude und ihre Funktionalität. Durch diese Erweiterung des Zentrums können nun mehr Menschen mit einer Behinderung für eine orthopädische Behandlung aufgenommen werden. Ausserdem können frisch Operierte nach ihrer Operation länger im Zentrum bleiben. Dadurch kann eine bessere Nachsorge garantiert werden, was vor allem bei Kindern wichtig ist.
„Die Architektur der Gebäude basiert auf den Grundsätzen der nachhaltigen Entwicklung und wurde so konzipiert, dass vor Ort verfügbare Baustoffe und überliefertes Wissen zur Geltung kommen und das lokale Wissen über umweltgerechte Techniken gefördert wird.“ – Mikaël Amsing, Programmdirektor von Morija.
Anwesenheit ehemaliger Patientinnen und Patienten
Zur Einweihung der neuen Gebäude erschienen zahlreiche ehemalige Patienten des MCZ, zum Beispiel Awa, eine junge Mutter, deren Leben sich durch ihren Aufenthalt im MCZ von Grund auf veränderte. Sie war von ihrem Ehemann aufgrund ihrer Behinderung verstossen worden und kam 2010 beim allerersten Chirurgie-Einsatz ins Zentrum, weil sie eine schwere Infektion am Oberschenkel hatte. Es waren mehrere Operationen nötig, durchgeführt von Dr. Hügli, um ihre Behinderung zu heilen, wegen der sie jahrelang von der Gesellschaft ausgeschlossen worden war. Heute lebt Awa ein normales Leben. Sie ist auch wieder mit ihrem Mann zusammen und bekam mit ihm zu ihrer grossen Freude Zwillinge.
* Das Bauprojekt zur Erweiterung des MCZ wurde 2016 mit dem Solidaritätspreis der Bank BCV ausgezeichnet.