Die Länder in Afrika südlich der Sahara emittieren nur wenige Treibhausgase: In der Region leben rund 20 % der Weltbevölkerung, doch diese sind geschätzt für weniger als 5 % der weltweiten CO2-Emissionen verantwortlich. Weshalb? Die Region ist nur wenig industrialisiert, daher wird dort nur wenig Energie in Form von fossilen Brennstoffen benötigt.
Der gesamte afrikanische Kontinent trägt nur wenig zur Verschmutzung bei, doch die Folgen des Klimawandels werden ihn äusserst hart treffen: Afrika muss mit extremen Wetterereignissen (Überschwemmungen, Dürren) rechnen und sich für einen Anstieg des Meeresspiegels wappnen, der die 10 Millionen Menschen in den Küstenstädten (Lagos, Dakar, Abidjan, Lomé etc.) gefährdet.
Auf dem Land könnten die landwirtschaftlichen Erträge um bis zu 25 % zurückgehen, je nach Pflanzen und Szenarien. Die dadurch entstehende Ernährungsunsicherheit wird Hunderttausende Klimaflüchtlinge zwingen, ihre Heimat zu verlassen. Um auf diese Herausforderung zu reagieren, schätzt das Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP), dass Afrika 50 bis 100 Milliarden Dollar benötigt, damit sich die Regionen und die Bevölkerung an die kommenden Veränderungen anpassen können.
Angesichts der ungerechten Verteilung der Folgen des Klimawandels scheint es nur legitim, dass auch die Industrieländer, welche die Hauptverantwortung für den Klimawandel tragen, sich an diesen Kosten beteiligen.